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In diesem Band habe ich 48 Kurzgeschichten, Erzahlungen und andere Kurzprosastucke zusammengestellt. Diese reichen bis in den Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrtausends zuruck. Das 3.Jahrtausend begrue ich gleich mit einer sarkastischen Kolumne. Ich bin fest davon uberzeugt, dass die Welt nicht am Horizont endet. Deshalb thematisiere ich auch gerne meine eigenen Marotten und Schwachen, die ich meinen Protagonisten aufburde, und mache mich dann gerne auch daruber lustig. Man ist ja nicht mehr der Typ von damals, der so merkwurdige Dinge gemacht hat. Aber nicht alle menschlichen Merkwurdigkeiten, uber die ich schreibe, stammen aus meinem eigenen Lebensfundus, sondern aus sorgfaltigen Beobachtungen des Geschehens in meinem Umfeld. In einigen Geschichten uberzeichne ich menschliche Eigenheiten und Schwachen bis ins Groteske. Menschliche Eigenheiten liebe ich besonders, weil genau das die Menschlichkeit ausmacht. Nehmen wir die Geschichte:"e;Der pedantische Fluggast."e; Diese Geschichte schildert in minutiosem Detail die Beobachtung eines korpulenten Passagiers, der sich mit penibler Prazision dem Ritual des Essens wahrend eines Fluges widmet. Manchmal gibt es auch grob betrachtet alberne Geschichten, die genauer gesehen letztendlich gar nicht ganz so albern sind. Betrachten wir: "e;Aus dem Leben eines Kaugummis."e;Hier wird eine vollig belanglose Sache aufgebauscht und dramatisch erzahlt. Man kann sagen, es gibt eine Wichtigkeit des Belanglosen. Auch das ist menschlich. Ich behandele in meinen Geschichten gerne auch psychologische oder philosophische Aspekte wie z.B. in "e;Der Feuervogel"e;, in der die Eignung des Homo Sapiens als Krone der Menschheit kritisch hinterfragt wird. Ich drucke mich auch nicht vor psychologisch verstorend wirkenden Erzahlungen. Wer z. B. Das Kindergrab liest wird da zustimmen. Verstorend wird es immer dann, wenn menschliche Kalte oder Abgestumpftheit ins Spiel kommt. Ich gebe auch Wissenschaftlern ungeheure Moglichkeiten an die Hand und beschreibe die Uberforderung des Menschen beim Umgang damit, z. B. in der Geschichte: Unsterblichkeit fur eine Elite oder auch in "e;Ende eines Chromosoms"e;. Es ist unmoglich, in wenigen Worten die Bandbreite der Geschichten vorzustellen. In Motivationen, Hintergrunde und Erlauterungen, einem umfangreichen Anhang, gebe ich Einsicht in die Entstehung dieser Geschichten. Hier findet der Leser auch die Hinweise zur Entstehungszeit der Beitrage. Ich habe mich bemuht, meine eigenen Texte so zu beurteilen, als wurde ich fremde Texte analysieren. Das ist naturlich gar nicht so einfach, gerade wenn hinter einem Text ein wahres Erlebnis steckt. Der Text ist aber in der Regel nicht das Erlebnis selbst, sondern eine ausgedachte Geschichte, in die ich die Charaktere und die Zusammenhange des Erlebnisses verwende und oft pointiert uberzeichne. Ich beschreibe keine tatsachlich lebenden Personen. Mit diesem Anhang sollte es dem Leser moglich sein, auch die Bedeutung der schwierigeren oder auch scheinbar belanglosen Beitrage nachzuvollziehen. Ich lade euch ein, mich und meine Geschichten zu hinterfragen.