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Dieses Buch misst nach, wie Königinnen, Fürstinnen und Äbtissinnen im "Dunklen Mittelalter" über weite Strecken mitregierten, obwohl sie in den Chroniken meist nur als Nebenfigur erscheinen. Anstatt der Fiktion eines monolithischen Patriarchats folgt es dem konkreten Netzwerk aus Heirat, Verwaltung, Kirchenverleihung und Stiftung, über das adelige Frauen Städte, Klöster und Landstriche tatsächlich führten - und oft länger als ihre männlichen Gatten. Im Zentrum stehen drei Autoritätsfelder: erstens die doppelherrschaftliche Ordnung vieler Reichsreiche, in denen Kaiserinnen und Königinnen als Mitregentinnen, Vermittlerinnen und Urkundenzeuginnen agierten und urkundlich in einem Viertel bis Drittel aller Dokumente eingreifen. Zweitens die juristische und politische Macht von Äbtissinnen, die nicht nur das geistige Leben ihres Klosters, sondern dessen weltliches Territorium, Rechtsprechung und Militärbündnisse leiteten; einige Äbtissinnen stellten wie weltliche Fürstinnen eigene Soldatenkontingente oder prägten Münz und Zollwesen von Städten. Drittens die Rolle von Mäzenatinnen und Netzwerk Herrscherinnen, die über die Verteilung von Ämtern, Kirchenpfründen und Schutzbriefen ganze Dynastien und Kirchenstrukturen formten, ohne offiziell in den Rollen der "Herrscher" verankert zu sein.
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