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Das zentrale Interesse dieses Bandes ist es, neben klassisch textbasierten Diskursanalysen Bilder als diskursanalytisches Quellenmaterial und diskurstheoretischen Gegenstand zu explizieren. Insbesondere die zunehmende Bedeutung von massenmedial verbreiteten Bildern für die Konstituierung moderner Subjekte verlangt die Beantwortung der Frage nach den Bedingungen, die darüber entscheiden, was gemessen am schier unbegrenzten Bilderreigen zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten gesellschaftlichen Ort sichtbar ist, genauer: sichtbar gemacht worden ist. Umgekehrt informieren sichtbar gemachte Oberflächen wie Bilder auch über jene gesellschaftlichen Konstellationen, in denen sie auftauchen: Welche Bilder zeigen welche gesellschaftlichen, kulturellen Verhältnisse oder deren Wahrnehmungsweisen an?§Analog zu den Feldern des Sagbaren diskursiver Ordnungen des Aussagens verorten die Autorinnen und Autoren dieses Bandes Bilder deshalb im Anschluss an Foucault in Feldern des Sichtbaren. Mit Foucault zu reden, gilt es, »das ganze Feston des Sichtbaren und des Sagbaren, das eine Kultur in einem bestimmten geschichtlichen Augenblick kennzeichnet«, zu beschreiben, indem man »das Privileg des Diskurses« aufhebt, um die komplexen Überschneidungen und Transformationen von Diskursen und Bildern in den Blick zu bekommen. So betrachtet geben Bilder ebenso wie Texte Auskunft über Ordnungen des Diskurses. Sie tragen nicht zuletzt dazu bei, gesellschaftliche und kulturelle Wirklichkeiten zu erzeugen und zu strukturieren. Und diese lassen sich besser verstehen, wenn Bildern nicht nur kunst- oder medienwissenschaftliche, sondern auch gesellschaftstheoretische und gegenwartsdiagnostische Aufmerksamkeit gewidmet wird.
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