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Im Kontext der Katholischen Reform gründete der Spanier José de Calasanz (1557-1648) im späten 16. Jahrhundert in Rom eine Schule für arme Kinder, aus der sich dank päpstlicher Protektion der Orden der Piaristen entwickelte. Wie andere gleichzeitig entstandene Bildungsorden auch zielte er in Abgrenzung zu den reformatorischen Kirchen auf Mission durch kostenlose Elementarschulbildung ärmerer Bevölkerungsschichten im süd-mitteleuropäischen Raum sowie in Ansätzen auch in Asien. Bildungsinhalte sowie pädagogische Vermittlungsstrategien lehnten sich dabei eng an die Jesuiten an. So nahm das Theater in den Piaristenschulen einen wichtigen Patz ein. Die Piaristen waren im 18. Jahrhundert durch eigene Schulhäuser maßgeblich an der Entwicklung eines flächendeckenden Elementar- und Mittelschulwesens in den habsburgischen sowie den katholischen südwestdeutschen Territorien beteiligt, stellten Prinzenerzieher und Beichtväter an katholischen Höfen und errichteten zu den Schulhäusern gehörende Ordenskirchen. Gemeinsam mit den Jesuiten ging es um die Ausbildung einer katholischen Elite und die Stärkung der frühneuzeitlichen katholischen Staatenwelt.Das Wirken der Piaristen stellt bisher eine große Forschungslücke dar, standen sie doch immer im Schatten des ungleich prominenteren und wirkungsvoller auftretenden Jesuitenordens. Der Band widmet sich somit erstmals aus einer historischen, dezidiert nicht theologischen Perspektive zusammenhängend dem Ordensgeschehen.
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