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Was bieten die Dekonstruktionen von Jacques Derrida und die Philosophie von Emmanuel Levinas für die sozialwissenschaftliche Reflexion? Was bedeutet eine "Ethik der Dekonstruktion" für die soziologische Theoriebildung? Wie kann eine poststrukturalistische Sozialwissenschaft ethisch-politisches Handeln erklären? Ausgehend davon werden die Beziehungen zwischen einer "Ethik der Dekonstruktion" und sozialwissenschaftlicher Theoriebildung erörtert. Neben dem Denken Derridas werden die "Ethik der Dekonstruktion", die "post-dekonstruktive Subjektivität" und die Politiken der Dekonstruktion dargestellt. Ausgehend von der Hegemonietheorie Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes werden anhand der Ethik der Dekonstruktion die Grundlagen einer poststrukturalistischen Handlungstheorie im Sinne einer "passiven Entscheidung des Anderen in mir" entworfen. Anhand der feministisch-poststrukturalistischen Theorie Judith Butlers wird aufgezeigt, wie ihrer Handlungstheorie eine ethische Wendung zukommt, wenn man ihr Denken mit Levinas ergänzt: eine "Ethik der Performativität", die auf der Grundlage der "passiven Entscheidung" aufbaut. Im Rahmen der Queer Theory werden politische Chancen und Risiken der gegenwärtigen Queer-Politics erörtert und das Konzepts einer "Politik der Ambivalenz" entwickelt. Es wird verdeutlicht, wie der Queer Theory eine ethische Komponente im Sinne Levinas' anheim gestellt werden kann. Allerdings verstrickt sich die Queer Theory wiederum in ein Identitätsdenken. Um Auswege daraus aufzuzeigen, wird die Entwicklung sexueller Identitäten mit Michel Foucault diskursanalytisch nachskizziert und "Identitäten im Sinne der differance" neu theoretisiert.
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