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Seit Ausrufung der Republik durch José Gaspar de Francia gehört es zum Gründungsmythos Paraguays, von einer nationalen cultura mestiza zu sprechen. Dabei baut die Argumentation auf einer als reziprok verstandenen Beziehung zwischen Indigenen und christlichen Missionaren in den Reduktionen auf. Während in europäischen Ländern vorwiegend das Wirken jesuitischer Geistlicher reflektiert wird, stellen paraguayische Autoren wie Margot Bremer, Mario Cayota, Margarita Durán und andere die Bedeutung des Franziskaner-Ordens in den Vordergrund. Niels-Oliver Walkowski löst die Rezeption der Franziskaner in Paraguay aus dem Kontext ihrer identitätsstiftenden Funktionalisierung heraus und fragt nach dem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen Indigenen und Ordensbrüdern während der Kolonialzeit. Dabei erweist sich die Dramaturgie des franziskanischen Engagements als unlösbar verwoben mit den Konflikten und Grundmotiven der internen Geschichte des Ordens.
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